Wer mit der Imkerei beginnen möchte, braucht vor allem Grundwissen, gesunde Bienenvölker und eine passende Grundausstattung. Aus meiner Erfahrung ist es besser, nicht zuerst möglichst viel Material zu kaufen, sondern zunächst zu verstehen, wie ein Bienenvolk lebt und sich im Jahresverlauf entwickelt.
Erst lernen, dann Bienen kaufen
Vor dem Start sollten Sie die wichtigsten Abläufe im Bienenvolk kennen. Besonders hilfreich sind ein Imkerkurs oder die Begleitung durch einen erfahrenen Imker.
Für den Anfang sollten Sie lernen:
- Eier, Larven und verdeckelte Brut zu erkennen
- Futter- und Pollenwaben zu beurteilen
- Weiselzellen und Schwarmstimmung zu erkennen
- die Volksstärke einzuschätzen
- zu erkennen, wann ein Volk mehr Platz braucht
- Grundlagen von Fütterung und Überwinterung zu verstehen
- den Varroabefall zu kontrollieren
Sie müssen nicht bei jeder Durchsicht die Königin finden. Wichtiger ist, das Volk richtig zu lesen: Gibt es frische Brut? Ist genug Futter vorhanden? Entwickelt sich das Volk passend zur Jahreszeit?
Mit zwei Völkern starten
Für Anfänger sind zwei Bienenvölker oft sinnvoller als nur eines. Sie haben einen direkten Vergleich und erkennen schneller, wenn sich ein Volk ungewöhnlich entwickelt.
Die ersten Bienen sollten möglichst von einem zuverlässigen Imker oder Züchter stammen. Für den Einstieg sind gesunde, ruhige und gut zu bearbeitende Völker besonders geeignet.
Das richtige Beutensystem wählen
Vor dem Kauf sollten Sie sich für ein Beutensystem entscheiden. In Deutschland sind zum Beispiel Deutsch Normalmaß, Zander, Dadant und Langstroth verbreitet.
Für Anfänger ist es häufig sinnvoll, das System zu wählen, mit dem der Imkerpate oder erfahrene Imker in der Umgebung arbeitet.
Wichtig ist vor allem: Bleiben Sie möglichst bei einem Rähmchenmaß.
Welche Grundausstattung brauchen Sie?
Für den Start benötigen Sie keine komplette Profi-Ausstattung.
Zur Grundausstattung gehören:
- Beuten im gewählten System
- passende Rähmchen und Mittelwände
- Imkerjacke oder Imkeranzug mit Schleier
- bei Bedarf Handschuhe
- Stockmeißel
- Smoker
- Abkehrbesen
- Futtergeschirr
- Material zur Varroakontrolle
- zusätzliche Rähmchen und Beutenteile für die Entwicklung der Völker
Eine eigene Honigschleuder muss am Anfang nicht unbedingt gekauft werden. Bei wenigen Völkern kann sie oft ausgeliehen oder gemeinsam genutzt werden.
Varroa von Anfang an ernst nehmen
Die Varroamilbe gehört zu den wichtigsten Themen der Bienenhaltung. Bevor Sie Bienenvölker übernehmen, sollten Sie wissen, wie der Befall kontrolliert wird und welches Behandlungskonzept zu Ihrer Betriebsweise passt.
Varroakontrolle gehört nicht erst nach der ersten Honigernte dazu, sondern von Anfang an zur normalen Völkerführung.
Auch der Standort muss passen
Der Bienenstand sollte trocken, stabil und gut erreichbar sein. Achten Sie außerdem auf:
- Flugweg der Bienen
- Nachbarn und Wege
- Wind- und Wetterschutz
- ausreichend Platz zum Arbeiten
- gute Erreichbarkeit mit Material
Vor Beginn der Bienenhaltung sollten außerdem die geltenden Melde- und Veterinärvorgaben am Standort geprüft werden.
Fazit
Ein guter Start in die Imkerei beginnt nicht mit möglichst viel Ausrüstung, sondern mit Beobachten, Verstehen und Lernen.
Beginnen Sie mit wenigen gesunden Völkern, einem einheitlichen Beutensystem und einer sinnvollen Grundausstattung. Arbeiten Sie im ersten Jahr möglichst mit einem erfahrenen Imker zusammen.
In weiteren Blogartikeln von Bee-Shopping werden wir die einzelnen Themen Schritt für Schritt genauer erklären. Unser Ziel ist es, möglichst viel praktisches und verständliches Wissen über Bienen und die Arbeit am Bienenvolk weiterzugeben.